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Wohnen & Wärme

Wärme - ein großer Emissionsposten

Für die Bereitstellung angenehmer Raumtemperaturen verursacht jeder Bürger in Deutschland durchschnittlich 1,87 t CO2 pro Jahr.
In Köln ist dieser wert mit 1,25 Tonnen deutlich niedriger.

Bei etwa 19 bis 22°C an der Hautoberfläche fühlt sich der Mensch wohl. Dies kann auf verschiedene Weise erreicht werden. Bewegt man sich im Winter oder in den Übergangszeiten Frühjahr und Herbst in der Natur, isoliert man sich mit "warmer" Kleidung gegen die tiefen Temperaturen. Je kälter es ist, desto dickere Kleidung ist nötig, um die Wohlfühltemperatur auf der Hautoberfläche sicherzustellen.

Nun wollen die meisten Bürger nicht den ganzen Tag dick eingepackt verbringen. Um auch bei weniger guter Isolation gegen die direkte Umgebung nicht zu frieren, muss deshalb die Umgebungstemperatur angehoben werden. Dies kann in Gebäuden auf zweierlei Art und Weise erfolgen:

  1. die Energiezufuhr wird erhöht, da sie technisch nicht wie beim menschlichen Organismus auf eine bestimmte maximale Menge begrenzt ist,
  2. die Wohnung wird gegen die Umgebung isoliert; ganz analog zur Kleidung.

Bis vor einigen Jahren fiel bei rein wirtschaftlicher Betrachtung die Wahl meist auf erste Variante. Neben Energiekostensteigerungen gibt es jetzt auch deutliche technische Verbesserungen bei der Isolationsqualität, der zweiten Variante, zu verzeichnen.

Energiepass

Um die energetische Qualität eines Gebäudes beurteilen zu können, sind ab Mitte 2008 Energiepässe verpflichtend vorgeschrieben. Damit wird einem Eigentümer, Käufer oder Mieter einer Immobilie die Beurteilung der zu erwartenden Nebenkosten ermöglicht.

Die Abbildung zeigt, wie ein verbrauchsbasierter Energieausweis in etwa aussieht. Es wird genau angegeben, wie viel Energie das Gebäude je m2 und Jahr benötigt. Den Energiepass gibt es auch als bedarfsbasierte Variante. Dort ist auch die isolierende Qualität der Gebäudehülle exakt erfasst.

Zum Vergleich werden Referenzgebäude angegeben, um eine leichte Einordnung zu ermöglichen. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die sich durch diese zusätzliche Transparenz eröffnen!

  • Als selbstnutzender Hausbesitzer modernisieren sie ihr Gebäude. Eine bis zu 90%ige Reduzierung des Heizenergiebedarfs ist möglich.
  • Als Vermieter modernisieren sie ihre Gebäude. Die Kosten rechtfertigen eine höhere Kaltmiete. Die Mieter werden durch geringere Nebenkosten entlastet.
  • Als Mieter lassen Sie sich den Energieausweis vorlegen. Vergleichen Sie die Werte mit anderen Angeboten. Je weiter das Gebäude im grünen Bereich liegt, desto weniger Heizkosten werden Sie haben. Fragen Sie den Hausbesitzer, wann er modernisieren wird. Ein Passivhaus verbraucht nur 15 kWh/m²Jahr. Machen Sie Druck!
  • Als Käufer einer Immobilie lassen Sie sich den Energiepass ebenfalls unbedingt vorlegen. Ein gut gedämmtes Haus ist zukunftssicherer. Ihre Nebenkosten sind merklich niedriger. Der Inhalt des Energiepass kann auch beim Kaufpreis als Verhandlungsargument nützlich sein.

Klimafreundliches Heizen und Lüften

Die Abbildung (Bildquelle: Bundes- Architektenkammer) zeigt, wie bei einem Bestandsgebäude die verschiedenen Wege des Energieverlustes aussehen.
Haben Sie den Energiebedarf ihres Hauses durch eine gute Wärme- und Kältedämmung deutlich reduziert, steigen Sie bei nächster Gelegenheit auf eine umweltfreundliche Restenergieerzeugung um. Ihre Heizanlage wird nun nämlich viel zu groß sein. Der Durchschnitt im Bestand liegt bei 200 kWh pro Quadratmeter oder 20 Liter Heizöl. Die am weitesten verbreiteten Energieträger emittieren die größte Menge CO2:

  • Erdgas: 0,19 kg/kWh
  • Heizöl: 0,28 kg/kWh
  • Kohle: 0,32 kg/kWh

Bei einer Heizung auf der Basis von Holz fällt nur das bei der Verarbeitung entstehende CO2 an. Auch beim Betrieb einer Solarheizung fallen nur Emissionen bei der Herstellung an.
Alternative Heizsysteme können sein:

  • thermische Solaranlage
  • Holzpelletsheizung
  • Wärmepumpe betrieben mit Ökostrom (evtl. mit Gasmotor)
  • Blockheizkraftwerk betrieben mit regenerativer und zertifizierter Energie (evtl. mit Nachbarn gemeinsam)
  • Nahwärmenetze (z.B. aus der nahen Biogasanlage oder der Abwärme des nahen Industriebetriebes)
  • Brennstoffzelle (bei Verfügbarkeit von Wasserstoff im nahen Industriegebiet)

Einfachere Verhaltensmaßnahmen wären korrektes Lüften (Stoßlüften) und das Beheizen der Räume mit einer zu jeder Tageszeit angemessenen Temperatur (Richtwerte: Flur/Treppenhaus 12 - 15°C, Schlafzimmer 15 - 18°C, Küche 16 - 18°C, Arbeits-/Kinderzimmer 20 - 22°C, Wohnzimmer 20 - 22°C, Badezimmer 23 - 24°C).
Kleinere Investitionen, die sich aber sofort wieder auszahlen, benötigen Sie für Maßnahmen wie z.B. Thermostatventile oder Zeitschaltuhren.

Sehr hilfreich kann es sein das eigene Heizen zu verfolgen und mit dem Durchschnitt zu vergleichen. Im Internet kann sich hierzu jeder kostenlos ein Energiesparkonto einrichten. Dabei ist es möglich den Energieverbrauch zu bilanzieren und Energiespartipps einzusehen.

 

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW