Deine Bilanz –
Verkehr & Mobilität

Mobil - aber bitte klimafreundlich

Wege lassen sich nicht immer vermeiden, diese sollten allerdings möglichst umweltfreundlich zurückgelegt werden. So stellen der Öffentliche Personennahverkehr, das Fahrrad, und die Fortbewegung zu Fuß umweltfreundliche und günstige Alternativen zum motorisierten Individualverkehr dar. Durch den Verzicht auf das Auto würden Städte deutlich an Lebensqualität gewinnen und es könnten zudem sehr viele Treibhausgase eingespart werden. Der Autoverkehr führt zu vielen Verkehrstoten, erhöhten Feinstaubemissionen, trägt stark zur Lärmbelastung bei, hat einen immensen Raumbedarf und prägt sehr stark das Stadtbild. In Bezug auf das Klima erzeugt das Privatauto im Durchschnitt 1,37 t CO2 pro Bürger und Jahr. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen des deutschen Automobilbestandes liegen zur Zeit bei 211 g CO2 pro km. Der Bus und Bahnverkehr liegen derzeit nur bei 0,11 t pro Kopf und Jahr (entsprechend einem Ausstoß von 70 g pro Personenkilometer). Der Öffentlicher Verkehr emittiert also weniger als die Hälfte gegenüber dem Privatfahrzeug. Dagegen stehen vor allem die Freiheit- und Prestigesymbolik des Autos.

Wer auf das Auto nicht vollständig verzichten kann, kann jedoch einiges für die Umwelt tun: 40% der Fahrleistungen mit dem Auto erfolgen auf Strecken von weniger als 5 km. Beim Kaltstart ist der Verbrauch noch einmal doppelt so hoch wie bei normalen Betriebstemperaturen des Motors. Hier ist der Umstieg auf das Fahrrad besonders vorteilhaft. Auf der Autobahn verbraucht ein Auto bei 150 km/h doppelt so viel wie bei 100 km/h. Langsamer fahren ist auch häufig deutlich entspannter. Kleinere Investitionen ergeben sich durch den Umstieg auf alternative Treibstoffe, wie z. B. Erdgas und Autogas. Beim Neukauf eines Wagens sollte verstärkt auch auf den Benzinverbrauch und die CO2-Emissionen geachtet werden. Hierbei kann auch ein Elektro- bzw. ein Hybridfahrzeug in Betracht gezogen werden.

Fahrradsternfahrt & Critical Mass

Radfahrer können in Köln regelmäßig Flagge für ein fahrradfreundliches Köln zeigen. Einmal im Jahr (meist an einem Sonntag im Juni) findet die Kölner Fahrrad-Sternfahrt statt. Diese wird vom Aktionsbündnis Kölner Sternfahrt veranstaltet, das aus unterschiedlichen Umwelt- und Verkehrsverbänden/ -initiativen, politischen Gruppen sowie Einzelpersonen besteht.

Einmal im Monat fährt die Critical Mass durch Köln. Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich Radfahrer um 18 Uhr unter dem Hahnentor am Rudolfplatz zu einer etwa einstündigen Fahrradtour. Ab 15 Radfahren ist es erlaubt als Verband auf der Straße zu fahren, statt auf benutzungspflichtige Radwege gedrängt zu werden. Jeder der mitfährt zeigt der Stadt Köln, dass es wichtig ist den Radverkehr stärker zu berücksichtigen. Außerdem gewinnt die Critical Mass für einen kurzen Moment den verloren geglaubten Lebensraum Straße zurück (Stichwort: "Reclaim the Street"). Da wo die Critical Mass vorbei fährt wird es im urbanen Dschungel für einen Moment angenehm ruhig, da nur das Surren der Räder zu hören ist.

Flugverkehr

Die durch den Flugverkehr verursachten Emissionen betragen in Deutschland 0,85 t CO2-Äquivalent pro Person und Jahr. Modernen Düsenmaschinen emittieren 133 g CO2 pro Personenkilometer aus der Verbrennung von Kerosin. Neben der Emission von CO2, das mehrere Jahrzehnte wirksam bleibt, wird eine kurzzeitige Erwärmung der Atmosphäre durch den Flugverkehr verursacht. Die Triebwerke verursachen durch die Entstehung von Ozon und Wolken wie beispielsweise Kondensstreifen eine Aufheizung von atmosphärischen Schichten. Berechnungen zufolge erwärmen die kombinierten Effekte die Atmosphäre zwei- bis fünfmal stärker als das CO2 alleine. Beispielsweise ergibt sich durch den Faktor 3 ein CO2-Äquivalent pro Personenkilometer von 399 g. Der Flug in großen Höhen ist somit besonders klimawirksam.

Ein Flug von Köln nach Mallorca und zurück verursacht beispielsweise eine Klimawirkung von 720 kg CO2 (nach Bankok/Thailand: 6,56 t; nach Wellington/Neuseeland: 11,78 t; gemäß der Berechnungen von Atmosfair). Eine Flugreise sollte vor diesem Hintergrund gut überlegt sein.

Bleibt noch der "Ablasshandel" für den Notfall. Mit 20 EUR pro t CO2 lassen sich z. B. in Indien dieselbefeuerte Großküchen auf Solarbetrieb umstellen, und so die durch den Flug verursachten Emissionen "ausgleichen". Verschiedene Organisationen, wie beispielsweise Atmosfair, können durch eine dem Flug entsprechende "CO2-Spende" unterstützt werden. Atmosfair bietet beispielsweise an einen Flug von Köln über London nach Wellington/Neuseeland und zurück für 272 EUR kompensieren zu lassen.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW