Köln reduziert –
Klimaschutz-Bemühungen seit 2006

Hier können Sie die wesentlichen Klimaschutzaktivitäten in Köln in chronologischer Reihenfolge seit 2006 nachlesen.

  • 2006 wurde von der Alianza del Clima als neue Zielvorgabe beschlossen, dass die gesamtstädtischen CO2-Emissionen der Mitgliedsstädte alle 5 Jahre um 10% gesenkt werden sollen mit dem mittelfristigen Ziel von 50% bis 2030 gegenüber 1990. Dieses Ziel soll vom Rat der Stadt Köln übernommen werden.
  • Der Energiebericht 2006 der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln zeigt eine Änderung des Energieverbrauchs der städtischen Gebäude für die Jahre 2003/2004 von -1,4% bei der Raumwärme und -1,5% beim Stromverbrauch, wobei die Datengrundlage teilweise lückenhaft und die Berechnungen teilweise nicht nachvollziehbar war(en).
  • Mitte 2006 kündigt die RheinEnergie AG (Nachfolgerin der GEW) Planungen für den Bau eines neuen Kraftwerks auf Steinkohlebasis an, welches durch eine Betreibergesellschaft im Niehler Hafen ab 2011 betrieben werden soll. Die Bruttoleistung soll 800 MWel betragen, wovon maximal 300 MWth über Kraft-Wärme-Kopplung ausgekoppelt und in das Fernwärmenetz eingespeist werden sollen.
  • Im Mai 2007 beauftragte der Umweltausschuss der Stadt Köln das städtische Umweltamt, eine CO2-Bilanz für Köln zu erstellen und unter Berücksichtigung der aktuellen Klimaschutzstrategien anderer Großstädte "erste grundlegende Überlegungen für ein Kölner CO2-Minderungskonzept" zu entwickeln. Die Umsetzung dieser Aufgabe soll im Rahmen eines Klima-Bündnis-Projektes mit einem Internet-basierten Bilanzierungstool erfolgen, mit dem auch die für alle Klima-Bündnis-Städte verbindliche Grobbilanz erstellt werden soll.
  • Im Juni 2007 veranstaltete der KölnAgenda e.V. einen Workshop zum "Klimaschutz in Köln", auf dem beispielhaft die Klimaschutzinitiativen der Städte Aachen, München und Münster vorgestellt wurden. In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der die wichtigsten Ratsfraktionen teilnahmen, konnte Einvernehmen erzielt werden, dass sich die Stadt Köln stärker als bisher im Klimaschutz engagieren muss.
  • Anfang 2007 gibt die RheinEnergie die Einstellungen der Planungen für den Bau eines Kohlekraftwerkes bekannt. Begründet wurde dies mit den damaligen hohen Marktpreisen, die einen wirtschaftlichen Betrieb erschweren. Die RheinEnergie behält sich aber ausdrücklich vor, die Errichtung eines Kohlekraftwerkes bei günstigeren Rahmenbedingungen wieder in Angriff zu nehmen.
  • Die im Oktober 2007 von der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln vorgelegte Energieverbrauchsstatistik 2005 ("Energiebericht 2007 - Teil 1") zeigt eine Änderung des Energieverbrauchs der städtischen Gebäude für die Jahre 2004/2005 von -4,2% bei der Raumwärme und +0,9% beim Stromverbrauch. Die Datengrundlage ist nach wie vor teilweise lückenhaft und nicht nachvollziehbar, ein zeitnahes Controlling des Energieverbrauchs findet immer noch nicht statt (Zeitverzögerung bei der Berichterstattung > 1,5 Jahre).
  • Ende 2007 startete die RheinEnergie (ehemalige GEW Köln AG) ihr Programm "Energie und Klima 2020", mit dem jährlich zwischen 100.000 und 150.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden sollen. Dazu sollen in den nächsten fünf Jahren 20 Millionen € (Gewinnverzicht) vor allem in den Ausbau der Fernwärme, die Steigerung der Energieeffizienz bei Unternehmen und Kunden sowie den Ausbau der regenerativen Energien investiert werden. Zudem sollen 5 Millionen € für einen sog. Energie-Innovations-Fonds bereitgestellt werden.
  • Am 16. Februar 2008 begeht das Klimabündnis Köln seine offizielle Auftaktveranstaltung. Das Klimabündnis Köln ist ein Zusammenschluss zahlreicher lokal agierender Vereine, NGO sowie gemeinnütziger und sozialer Institutionen. Neben der Förderung eines „klimafreundlichen“ Lebensstils bei den Kölner BürgerInnen, versteht sich das Klimabündnis Köln auch als Lobbygruppe bei den entsprechenden Akteuren.
  • Mitte 2008 wurde vom BMU aus den Einnahmen der Versteigerung der CO2- Emissionszertifikate ein Förderprogramm für kommunalen Klimaschutz auferlegt. Damit kann die Erstellung einer CO2-Bilanz sowie die Einrichtung einer Klimaschutzleitstelle gefördert werden.
  • Im September 2008 begab sich das Umweltamt in einer öffentlichen Stellenausschreibung auf die Suche nach einem/r wissenschaftlichen MitarbeiterIN für Aufgaben des Klimaschutzes in Köln. Laut Stellenbeschreibung sind neben den Aufgaben CO2-Bilanz und energetischen Effizienzsteigerung auch Tätigkeiten im Bereich Umweltzone vorgesehen.
  • Ebenfalls im September 2008 tritt die Stadt Köln dem Konvent der BürgermeisterInnen bei. Dieser Zusammenschluss europäscher Städte orientiert an den Klimaschutzzielen der EU, möchte aber weiter als die dort vorgesehene 20%-ige CO2-Reduktion bis 2020 gehen. Im Vergleich zur Alianza del Clima hat diese Vereinbarung auch verpflichtende Bestandteile wie die Erstellung von Plänen im Bereich Energie und die regelmäßige Berichterstattung. Bei Nicht-Erfüllung kann die jeweilige Stadt ausgeschlossen werden. Der Konvent hat auch einen Fördertopf für Klimaschutzmaßnahmen auferlegt, auf den nur Mitglieder Zugriff haben.
  • Am 16. März 2009 fand als Fortsetzung des Workshops im Juni 2007 eine Podiumsdiskussion statt. Ziel war es die verschiedenen Beteiligten und in der Zwischenzeit gestarteten Projekte und Initiative besser zu koordinieren.

 

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW