Köln reduziert –
Klimaschutz-Bemühungen 1995-2005

Hier können Sie die wesentlichen Klimaschutzaktivitäten in Köln in chronologischer Reihenfolge von 1995 bis 2005 nachlesen.

  • Von 1994 bis 2000 wurde von der GEW Köln AG jährlich ein Sachstandsbericht zur Umsetzung des o.g. Rahmenkonzeptes und zur Entwicklung der CO2-Bilanz vorgelegt.
  • 1995 wurde das Hochbauamt der Stadt Köln (Abteilung Energiewirtschaft) von der Verwaltungskonferenz (dem heutigen Stadtvorstand) beauftragt, ein "Arbeitsprogramm für ein Kölner CO2-Minderungsprogramm" zu erstellen (diese Aufgabe wurde jedoch nie umgesetzt, siehe auch "1996").
  • Ebenfalls 1995 wurde vom Umweltausschuss der Stadt Köln die "Fortschreibung des Umweltprogramms Köln" (siehe "1984") in den Handlungsfeldern "Energie und Umwelt" sowie "Verkehr und Umwelt" beschlossen und das städtische Umweltamt mit Energiespar- und Umweltschutzaktivitäten in den Handlungsfeldern "Wohnungsneubau und Stadtplanung", "Energieeinsparung im privaten und öffentlichen Gebäudebestand", "Stromeinsparung bei den Verbrauchern" und "Verkehr" beauftragt.
  • Ebenfalls 1995 wurde die Kampagne KölnKlima: Kleine Schritte - große Wirkung ins Leben gerufen. Ein Jahr später hat sich der gleichnamige Verein KölnKlima e.V. gegründet. Hauptziele waren die Steigerung des Bewusstseins für die Folgen des Klimawandels und die Motivation zum Handeln. Hierzu diente auch die von KölnKlima organisierte Comedy-Veranstaltung "Das lachende Treibhaus".
  • 1996 wurde die vor allem für die energetische Bewirtschaftung der städtischen Gebäude zuständige Abteilung "Energiewirtschaft" durch Beschluss des Rates der Stadt Köln vom städtischen Hochbauamt in die neu eingerichtete Gebäudewirtschaft der Stadt Köln verlagert. Auch das Aufgabengebiet "gesamtstädtische CO2-Minderung" wurde der Gebäudewirtschaft zugeordnet. Die Gebäudewirtschaft erklärte jedoch, dass sie satzungsgemäß die Aufgabe "gesamtstädtische CO2-Minderung" gar nicht wahrnehmen dürfe und die im Hochbauamt hierfür noch vorhandenen 3 Planstellen bei der Umorganisation eingespart worden seien. Somit gab es seit 1996 für die Aufgabe "gesamtstädtische CO2-Minderung" / Klimaschutz keine verwaltungsinterne Zuständigkeit und auch keine personellen Ressourcen mehr.
  • Davon unabhängig wurden seit 1996 vom Umweltamt der Stadt Köln im Rahmen des Programms "Energie und Umwelt" einige klimarelevante Projekte initiiert oder durchgeführt wie das NRW-Förderprojekt "(Städtebaulich) Planen mit der Sonne", das "KLASSE"-Projekt (Energiesparen an Schulen, ähnlich den fifty-fifty-Projekten in anderen Kommunen) und diverse Solarsiedlungsprojekte im Rahmen des Landesprogramms "50 Solarsiedlungen in NRW" (12 von bisher fast 50 realisierten, in Bau befindlichen oder geplanten Solarsiedlungen befinden sich in Köln). Weitere Projekte waren die Durchführung von Solartagen durch das Amt für Stadtentwicklungsplanung der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Stromsparaktionen "E-Fit" und "Mach mit" des städtischen Umweltamtes in Zusammenarbeit mit der GEW Köln AG.
  • 1998 wurde von der GEW Köln AG ein Zwischenbericht zum o.g. Rahmenkonzept veröffentlicht. Hierin wurden für das Jahr 1997 energiebedingte CO2-Emissionen von 10,63 Mio. Tonnen gegenüber 12,18 Mio. Tonnen in 1984 angegeben. Die Senkung der CO2-Emissionen wurde hauptsächlich der Umstellung auf den Energieträger Erdgas zugeschrieben. Weitere Faktoren für die CO2-Minderung waren die Stilllegung der chemischen Fabrik Kalk im Jahre 1993, die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung sowie den damit im Zusammenhang stehenden Ausbau des Fernwärmenetzes.
  • Ebenfalls 1998 wurde in Köln der Prozess der Lokalen Agenda 21 initiiert. Seitdem beschäftigt sich das EnergieForum KölnAgenda als einer der Agenda-Arbeitskreise mit den Themen Energieeinsparung, Nutzung erneuerbarer Energien und Klima. Zu seinen Mitgliedern gehören vor allem Ingenieure, Architekten und Energieberater. 1999 wurde der KölnAgenda e.V. als Repräsentant der lokalen Agenda in Köln und Ansprechpartner der Stadt Köln gegründet.
  • Der im August 2001 erstellte Endbericht der GEW Köln AG für das 1984 erarbeitete Rahmenkonzept zeigte für das Jahr 2000 eine Reduzierung der CO2-Emissionen aus der Wärmebereitstellung um 1 Million Tonnen bzw. 18,9% im Vergleich zum Basisjahr 1990. Als Hauptursache wurde die Substitution anderer Energieträger durch Erdgas und der Ausbau der Fernwärmeversorgung (v.a. Anschluss der Ford-Werke) genannt. Bis zum Jahre 2005 wurde ein Rückgang für den Wärmesektor um 26,7% gegenüber 1990 prognostiziert. Für die gesamten energiebedingten CO2-Emissionen wurde von 1990 bis 2000 ein Rückgang um 11,9% festgestellt.
  • Ebenfalls 2001 wurden vom Rat der Stadt Köln Mittel für eine Planstelle im städtischen Umweltamt für die Aufgabe "gesamtstädtische CO2-Minderung" bewilligt. Diese konnte Ende 2002 mit einer Ausnahmegenehmigung (Einstellungsstopp) besetzt werden, bereits Mitte 2003 wurde diese freiwillige Aufgabe dann in der Umsetzung des Haushaltssicherungskonzeptes auf Beschluss des Rates aber wieder eingespart.
  • Ebenfalls Mitte 2003 wurde vom Rat der Stadt Köln beschlossen, die Mitgliedschaft in der Alianza del Clima aufrecht zu erhalten, die kommunalen Klimaschutzbemühungen aber auf die städtischen Gebäude zu beschränken. Zielvorgabe des Ratsbeschluss vom Juli 2003 für die städtische Gebäudewirtschaft war, den Energieverbrauch der von ihr bewirtschafteten Gebäude innerhalb von drei Jahren um 15% zu reduzieren. Nach Schätzungen macht der Anteil dieser Gebäude an den gesamtstädtischen CO2-Emissionen jedoch weniger als 1% aus.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW