Andere Städte –
Beispiel: Münster

Handlungskonzept

1992 wurde in Münster ein aus 5 Wissenschaftlern bestehender Beirat für Klima und Energie eingerichtet, welcher drei Jahre später 38 Maßnahmenvorschläge aus den Bereichen Bauen und Wohnen, Stromeinsparungen, Energieumwandlung und Industrie, Verkehr, sowie übergeordnete Maßnahmen vorlegte. Wiederum ein Jahr später wurden diese Maßnahmen im Rahmen eines Handlungskonzept für eine Minderung der CO2-Emissionen um 25% bis 2005 vom Rat der Stadt Münster verabschiedet.

Die auf Grundlage dieses Handlungskonzeptes umgesetzten Maßnahmen bescherten der Stadt Münster 1997 den Titel Klimaschutzhauptstadt.

Studie als Zwischenbilanz

In einer 2003 durchgeführten Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie wurde eine Zwischenbilanz der bisherigen Maßnahmen und ein Status Quo der Treibhausgasemissionen des Jahres 2000 erörtert. Als Vergleichsjahr wurde in der Studie 1990 gewählt.

Im Strombereich konnten trotz steigendem Verbrauchs um 10% auf 1.234.673 MWh die diesbezüglichen CO2-Emissionen um 1,8% auf 755.932 Tonnen gesenkt werden.

Die Wärmeversorgung durch die Stadtwerke Münster wird überwiegend durch 2 große Heizkraftwerke, welche über Kraft-Wärme-Kopplung Wärme in das Fernwärmenetz einspeisen, sowie über neun Blockheizkraftwerke abgedeckt. Trotz eines Anstiegs des Fernwärmeabsatzes um 28 GWh auf 578 GWh im Jahre 2000 gingen die CO2-Emissionen um 42.000 Tonnen auf 150.087 Tonnen zurück. Der Hauptgrund hierfür war eine Umstellung des Brennstoffes von Steinkohle auf Erdgas.

Hinzu kommen weitere Emissionen aus dem Bereich der Raum- und Prozesswärme. Die Gesamtmenge an Wärme in diesem Bereich mit 3.877.832 MWh konnte trotz gestiegener Wohnfläche nahezu konstant gehalten werden, die CO2-Emissionen reduzierten sich aber um rund 145.000 Tonnen auf 1.009.126. Dies ist auf die Substitution von Öl-, Kohle- und Stromheizungen durch Erdgas und Fernwärme zurückzuführen.

Dem Verkehrsbereich waren im Jahre 2000 584.300 Tonnen an CO2-Emissionen zuzurechnen, was im Vergleich zu 1990 einer Reduktion von 8% entspricht.

Ergebnisse und neues Ziel

Als Gesamtergebnis konnten die energiebedingten CO2-Emissionen (ohne Einbeziehung der Emissionen aus (Block-)Heizkraftwerken und Strom für Wärme und Prozesse) um 3,4% gesenkt werden. Bis 2005 rechnete die Studie mit einem Emissionsrückgang von 17%.

Die Stadt Münster hat daher ihr ursprüngliches Ziel einer CO2-Emissionenreduktion um 25% bis 2005 auf das Jahr 2010 ausgedehnt. Die erneute Auszeichnung mit dem Titel Klimaschutzhauptstadt im Jahre 2006 bescheinigt der Stadt Münster, hierbei auf einem guten Weg zu sein.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW