Andere Städte –
Beispiel: München

Reduktionsziel

Die Stadt München hat sich die vorgeschlagene Selbstverpflichtung einer Reduktion der CO2-Emissionen um 30% bis 2005 und um 50% bis 2010 gegenüber 1987 des Klimabündnisses zu eigen gemacht.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde vom Institut für angewandte Ökologie e.V. (Öko-Institut) eine Studie mit möglichen Maßnahmen und Strategien verfasst.

Die CO2-Emissionen der Stadt München lagen im Jahr 2000 bei 9,5 Millionen Tonnen, was einer Reduktion von ca. 7% gegenüber 1987 entspricht. Emissionen aus dem Flugverkehr sind hierbei nicht mit einbezogen. Diese Reduktion gelang aufgrund bisher eingeleiteter Maßnahmen, wie dem Energiesparkonzept 1992, dem CO2-Reduktionskonzept 1996 und dem Örtlichen Versorgungskonzept 1999.
Ohne zusätzliche Maßnahmen (sog. Referenzszenario) würden die CO2-Emissionen bis 2030 um 21% unter dem Wert von 1987 liegen, womit das selbst gesteckte Ziel nicht erreicht wird.

Maßnahmen und Handlungsfelder

In der Studie wurden weitere Maßnahmen aus den Bereichen Energie und Verkehr herausgearbeitet, welche in 38 Handlungsfelder eingeteilt wurden und anhand von 5 Kriterien bewertet wurden: Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit, Umsetzungsbedingungen, Zusatzeffekte und Bedeutung für die Münchner Klima-Gesamtstrategie.

Anhand dieser Kriterien wurden 14 bevorzugte Handlungsfelder identifiziert, aus denen 43 Vorschläge erarbeitet wurden. 27 hiervon sind aus dem Bereich Energieversorgung, 5 Vorschläge zielen auf Effizienzmaßnahmen im Bereich der Stadtwerke München ab, 11 Vorschläge sind aus dem Verkehrsbereich.

Szenarien

Selbst bei Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Selbstverpflichtung nicht mehr erreichbar. Eine Reduktion der CO2-Emission um 50% gegenüber 1987 kann frühestens Mitte 2020 erreicht werden (sog. Zielszenario). Voraussetzung hierfür seien geeignete Rahmenbedingungen seitens des Bund und des Freistaates Bayern, sowie die Bereitstellung geeigneter Fördermittel. In diesem Zielszenario würden die Haushalte allein über 60% dieser möglichen Reduktion tragen. 44% entfielen auf den Verkehrssektor, 3% auf die Stadtwerke München.

In einem dritten Szenario (Maßnahmenszenario) wurden nur Maßnahmen berücksichtigt, welche aus heutiger Sicht technisch und wirtschaftlich realisierbar erscheinen. Demnach würden die CO2-Emissionen bis 2030 um 44% gesenkt werden. (Anteil Haushalte: über 45%, Verkehr 39%, Stadtwerke München: Rest).

Wichtig bei der Realisierung aller Maßnahmen ist die koordinierende Funktion der Stadt sowie die Einbeziehung des lokalen Energieversorgungsunternehmen.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW