Andere Städte –
Beispiel: Freiburg

Bisherige CO2-Reduktion

1992 hat der Gemeinderat der Stadt Freiburg im Breisgau festgelegt, die CO2-Emissionen bis 2010 um 25% gegenüber 1992 zu senken. Im Basisjahr 1992 beliefen sich die Emissionen auf rund 2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2äq). Die Zielmarke wäre demnach CO2äq-Emissionen von 1,555 Tonnen im Jahre 2010. Die prozentuale Verteilung der Emissionen von 1992 auf die verschiedenen Sektoren ergab folgendes Bild.

Durch zwei Emissionsbilanzen in den Jahren 1997 und 2002 wurde die Entwicklung der Treibhausgase überprüft. Bis zum Jahre 2003 konnten die CO2äq-Emissionen um 5% reduziert werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der CO2äq-Emissionen in den einzelnen Sektoren.

Diese Minderung wurde hauptsächlich durch die Errichtung einiger großer sowie zahlreicher kleinerer KWK-Anlagen realisiert. Die Substitution von Energieträgern trägt zusätzlich mit etwa einem Prozentpunkt bei. Der Endenergieverbrauch stieg hierbei im Zeitraum 1992-2002 um 5,5%, wie die folgende Abbildung zeigt.

Der Primärenergieaufwand stieg im selben Zeitraum um 1% auf 6.601 GWh.

Maßnahmenplan

In einer Studie aus dem Jahr 2007 entwickelte das Öko-Institut einen Maßnahmenplan zur Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzeptes und entwarf, davon unabhängig, verschiedene Szenarien bis 2030.

  • Basis-Szenario; unterstellt einen Rückgang der Klimaschutz Aktivitäten. Der Endenergiebedarf reduziert sich um knapp 1% bis 2030 gegenüber 2005. Die CO2-Emissionen mindern sich bis 2030 um 8%.
  • Referenz-Szenario : Die derzeitigen Klimaschutz Aktivitäten werden beibehalten, jedoch nicht erweitert: Der Endenergiebedarf reduziert sich um knapp 7% bis 2030 gegenüber 2005. Die CO2-Emissionen mindern sich bis 2030 auf 1,766 Millionen Tonnen, was einer Reduzierung von 14% gegenüber 1992 entspricht.
  • Szenario „Fokus Stadt“ : Die Stadt und ihre Akteure schöpfen alle Möglichkeiten auf die sie direkten Einfluss haben aus. Der Endenergiebedarf reduziert sich um knapp 14% bis 2030 gegenüber 2005. Die CO2-Emissionen mindern sich bis 2030 auf 1,630 Millionen Tonnen, was einer Reduzierung von 26% gegenüber 1992 entspricht.
  • Szenario „Optimales Klimaschutz Umfeld“: Erweiterung des Szenario „Fokus Stadt“ durch Schaffung positiver Rahmenbedingungen durch Land, Bund und EU. Der Endenergiebedarf reduziert sich um knapp 24% bis 2030 gegenüber 2005. Die CO2-Emissionen mindern sich bis 2030 auf 1,265 Millionen Tonnen, was einer Reduzierung von 39% gegenüber 1992 entspricht.

Der Maßnahmenplan orientiert sich an dem Vergabeverfahren zum European Energy Award und beinhaltet mehrheitlich Maßnahmen, auf welche die Stadt konkreten Einfluss hat, ist also an das Szenario „Fokus Stadt“ angelehnt.

Die 63 vorgeschlagenen Maßnahmen sind unterteilt in 6 Bereiche:

  • Kommunale Entwicklungsplanung (9 Maßnahmen)
  • Kommunale Gebäude und Anlagen (10 Maßnahmen)
  • Versorgung, Entsorgung (9 Maßnahmen)
  • Mobilität (14 Maßnahmen)
  • Interne Organisation (10 Maßnahmen)
  • Kommunikation, Kooperation (11 Maßnahmen)

Für sie werden jeweils eine allgemeine Zielsetzung formuliert, der jeweilige aktuelle Sachstand in Freiburg dargestellt und anschließend mögliche weitere Schritte aufgezeigt. Die Maßnahmenbereiche werden außerdem bezüglich ihres Aufwandes, ihrer Wirtschaftlichkeit, der CO2-Einsparung sowie hinsichtlich ihrer Priorität eingeordnet.

Neue Zielsetzung

Aufgrund der Studie des Öko-Institutes beschloss der Gemeinderat als neues Ziel eine Minderung um mindestens 40% bis 2030 gegenüber 1992. Unter Berücksichtigung der bereits realisierten Einsparung von 5% sollen fortan die CO2-Emissionen um mindestens 1,5%/a reduziert werden. Es soll eine Orientierung am Szenario „Optimales Klimaschutz-Umfeld“ erfolgen.

Zur Finanzierung werden 10% der Einnahmen aus der Konzessionsabgabe zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden mindestens 2 Millionen € für energetische Sanierung von städtischen Altbauten bzw. die Erreichung des Passivhausstandards bei städtischen Neubauten zur Verfügung gestellt.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW