Andere Städte –
Beispiel: Darmstadt

Die Erstellung des Darmstädter Klimaschutzkonzeptes ergab sich aufgrund der Mitgliedschaft in der Alianza del Clima und dem damals bestehenden Reduktionsziel von 50% bis 2010 im Vergleich zu 1990. Das im Juli 2002 veröffentlichte Konzept stellt jedoch nur einen groben Rahmen für lokale Klimaschutzpolitik in Darmstadt dar. Detailanalysen und Umsetzungsmöglichkeiten sind nicht enthalten. Der Fokus liegt auf wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen im Bereich Energie. Der Bereich Verkehr wurde nur am Rande betrachtet.

CO2-Emissionen

Die Stadt Darmstadt verursachte im Jahr 2000 Treibhausgasemissionen von 1,54 Mio. t, 1,46 Mio. t, davon waren CO2-Emissionen. Dies entsprach pro-Kopf-Emissionen von 11,4 t CO2-Äquivalenten. Im Jahr 1990 lagen die Gesamtemissionen noch bei 2,08 Mio. t (Haushalte: 586.000 t, Industrie: 630.000 t, GHD: 447.000 t, Verkehr: 419.000 t). Dies entspricht einer Senkung um 26%.

Die Darstellung erfolgte separat für die lokal entstandenen Emissionen, d.h. ohne vorgelagerte Prozesskette, sowie für die Gesamtemissionen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Die Gesamtemissionen verteilen sich wie folgt auf die Energieträger:

  • Öl: 32%
  • Strom: 30%
  • Gas: 28%
  • Kohle: 9%
  • Fernwärme: 1%

Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Verteilung der Emissionen auf die Energieträger in den Sektoren Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie.

Miteinbezogen in die Treibhausgasbilanz wurde auch der Bereich Konsum bestimmter Waren der Darmstädter Bürger durch Anwendung von bundesweiten Werten auf Darmstädter Verhältnisse. Dadurch werden die vorgelagerten Treibhausgasemissionen des Haushaltssektor um 308.000 t CO2äq erhöht.

Maßnahmenvorschläge

Zur Erreichung der Ziele wurden Vorschläge in den Sektoren Haushalte, Gewerbe, öffentliche Hand, Industrie, Verkehr, sowie Ver- und Entsorgung präsentiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Energieeinsparung und der Nutzung von erneuerbaren Energien. Auf den Gebäudebereich wird in einem Kapitel speziell eingegangen.

Der Wohngebäudebestand wurde in einer Gebäudetypenmatrix zusammengefasst. Der Heizwärmebedarf lag im Jahre 2000 durchschnittlich bei 16 l/m2 (=159 kWh/m2a). Eine Senkung um 50% kann bereits mit einfachen Maßnahmen erreicht werden, mit weitergehenden Maßnahmen um 80%. Der derzeitige Anteil von 10% der Gebäude mit Stromheizung muss reduziert werden. Das gesamte ausschöpfbare Sparpotential liegt bei 620 Gwh/a, was rund ¾ des Gesamtwertes entspricht. Bis 2005 sollten 100 Passivhäuser in Darmstadt stehen. Verglichen mit der durchschnittlichen Entwicklung in Deutschland entspräche dies der doppelten Menge. Dabei sollen neben Einfamilienhäusern auch Geschoss- und Bürogebäude mit einbezogen werden. Problematisch ist, dass es nur wenige Neubaugebiete in Darmstadt gibt, welche auch schon weit fortgeschritten in der Planung sind und sich selten in städtischen Besitz befinden, so dass der eigene Einfluss gering ist.

Ein weiterer Baustein liegt in der Nutzung von KWK. Bis 2010 wird eine möglich installierte Leistung von 2,5 MWel gesehen, davon 0,5 MW durch Erzeugung von Biogas aus Bioabfällen. Der Rest kommt von Restholz aus den Wäldern des Stadtgebiet.

Im Verkehrsbereich sollen bis 2010 5% der privaten PKW, 50% der Taxis, sowie 25% der Busse auf Erdgas umgestellt werden. 10% davon soll Biogas sein.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in einem KLIMASCHUTZ-Szenario auf ihre Wirksamkeit überprüft. Als Ergebnis könne bis 2010 eine Reduktion um insgesamt 36% im Vergleich zu 1990 auf 1,34 Mio.t. erreicht werden.7 Ein zweites Szenario (TREND-Szenario) berechnete die Emissionen bis 2010 ohne Klimaschutzmaßnahmen. Als Ergebnis stünden Treibhausgasemissionen im Jahre 2010 von 1,52 Mio.t.8 Dies entspräche in etwa dem Wert von 2000.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW