Andere Städte –
Beispiel: Augsburg

Bestandsaufnahme

Das CO2-Minderungskonzept in Augsburg wurde vor dem Hintergrund des Beitritt der Stadt Augsburg zur Alianza del Clima und dem damaligen Minderungsziel von 50% bis 2010 im Vergleich zum Jahr 1990 erstellt. Hierfür wurde zunächst eine Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs im Jahre 2001 und der daraus resultierenden CO2- Emissionen gemacht, um daraus dann in den einzelnen Sektoren gezielte Maßnahmen abzuleiten.

Anhand der vorliegenden CO2-Bilanzen aus den Jahren 1990 und 1996 konnte die Entwicklung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen nachvollzogen werden. Der witterungsbereinigte Gesamtendenergieverbrauch ohne Berücksichtigung des Verkehrs von 5.350 GWh im Jahre 1990 stieg um 7% auf 5.870 GWh. Die folgende Abbildung zeigt die Verteilung im Jahr 2001 anhand der Energieträger und Sektoren.

Die energiebedingten CO2-Emissionen konnten im Vergleich von 1990 zu 1996 zunächst von 2,04 auf 2,01 Mio. t gesenkt werden erhöhten sich bis 2001 aber wieder auf 2,22 Mio. t. Im Sektor der städtischen Einrichtungen gelang über den gesamten Zeitraum eine Minderung um 24%, von 64.000t auf 49.000t. In allen anderen Sektoren steigen die Emissionen an:

  • Privathaushalte: 0,64 auf 0,72 Mio. t. (14%)
  • Industrie: 0,82 auf 0,9 Mio. t. (9%)
  • Gewerbe: 0,52 auf 0,56 Mio. t. (7%)

Der Sektor Verkehr wurde erst 2001 in die CO2-Bilanz mit aufgenommen. Die verkehrsbedingten CO2-Emissionen betrugen 2001 0,38 Mio. t.

Szenarien

Anhand von Szenarien wird die mögliche Entwicklung bis 2010 aufgezeigt.

  • TREND-Szenario: Die Weiterverfolgung des bisherigen Entwicklungspfades führt zu einer Steigerung der Emissionen um 2% im Vergleich zu 2001
  • MODERATEN-Szenario: Die Umsetzung wirtschaftlich sinnvoller Effizienzstrategien mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz führt zu CO2-Minderungen von 4%
  • KLIMA-Szenarion: wirtschaftlich sinnvolle Effizienzstrategien, plus Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bzw. erneuerbare Energien und forcierte Verlagerung von motorisierter Individualverkehr (MIV) auf Öffentlicher Personen- Nah-Verkehr (ÖPNV) führt insgesamt zu einer Emissionsreduktion um 11%

Die folgende Abbildung zeigt die mögliche Entwicklung der CO2-Emissionen anhand der drei Szenarien.

Maßnahmenvorschläge

Das Klimaschutzkonzept berücksichtigte die Sektoren Private Haushalte, Städtische Einrichtungen, Industrie, Gewerbe und Verkehr. Sektorübergreifend wurde die Energieversorgung betrachtet. Hierbei wurden insgesamt 72 Maßnahmen vorgeschlagen, die sich folgendermaßen auf die einzelnen Sektoren verteilen:

  • 10 sektorübergreifende Maßnahmen
  • 12 aus dem Sektor städtische Gebäude
  • 10 aus dem Sektor Privathaushalte
  • 9 aus dem Sektor Gewerbe und Industrie
  • 10 aus dem Sektor Energieversorgung und -dienstleistung
  • 21 aus dem Sektor Verkehr

Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Bausteine des CO2-Minderungskonzepts in Augsburg.

Durch Umsetzung des KLIMA-Szenarios könnten netto gegenüber dem TREND-Szenario ca. 500-800 Arbeitsplätze neu entstehen bzw. erhalten werden. Hauptsächlich im Bausektor werden sich positive Auswirkungen zeigen. Im Vergleich der beiden o.g. Szenarien werden 403 Mio. € mehr an Investitionen angestoßen. 240 Mio. bei den Privathaushalten, 145 Mio. bei den Gewerbebetrieben und 18 Mio. bei den städtischen Einrichtungen.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW