Andere Städte –
Beispiel: Aachen

Energieeffizienz-Aktionsplan

Der EEAP (Energieeffizienz-Aktionsplan), der im Auftrag der Stadt Aachen und der Stadtwerke Aachen (STAWAG) entwickelt wurde, besteht aus einer Reihe unterschiedlichster Maßnahmen zum Thema Energieeffizienz, die in Aachen umgesetzt werden sollen. Die einzelnen Maßnahmen sind den Sektoren

  • Öffentliche Einrichtungen
  • Gewerbe und Industrie
  • Private Haushalte und
  • Übergreifende Maßnahmen

zugeordnet. Ziel ist es, alle Projekte innerhalb der nächsten fünf Jahre umzusetzen. Die Erreichung dieses Ziels hängt jedoch im Wesentlichen von der finanziellen und zeitlichen Kapazität der beteiligten Akteure ab.

Vorbereitende Studie

In einer 2006 veröffentlichten Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (Ifeu) und des Aachener Ingenieurbüros Inco wurde im Auftrag der Stadt Aachen und der STAWAG ein kommunales Energie-Effizienz-Konzept entwickelt. Hintergrund ist die in der EU-Endenergieffizienzrichtlinie geforderte mittlere jährliche Energieeinsparung von 1%, was für Aachen eine jährliche Einsparung von ca. 50 GWh bedeutet.
Die Studie ermittelte ein wirtschaftlich realisierbares Einsparpotential von 1.200 GWh (ca. 22% des gesamten Endenergieverbrauchs von 5.410 GWh) innerhalb der nächsten zehn Jahre. Wobei in den Sektoren Haushalte mit 566 GWh und Gewerbe mit 452 GWh die jeweils größten Potentiale vorhanden sind. Der größte Anteil in beiden Sektoren mit über 50% fällt auf den Bereich Heizwärme. Im Industriesektor ist ein Potential von 202 GWh vorhanden, allein 50% davon entfallen auf den Bereich Prozesswärme.

5-Jahres-Maßnahmenplan

Zur Realisierung dieser Einsparpotentiale wurde ein 5-Jahres-Maßnahmenplan anhand verschiedener folgender Kriterien erstellt: Verfügbarkeit geeigneter lokaler Steuerungsinstrumente, Akzeptanz der Maßnahme, Beitrag zur Endenergieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Maßnahmenschärfe.

Die Umsetzung der Maßnahmen würde zu Endenergieeinsparungen von 0,4% jährlich führen. Die restlichen Prozentpunkte müssten durch landes- und bundesweite Maßnahmen erreicht werden, da auch Bereiche betroffen sind, welche außerhalb der kommunalen Zuständigkeiten liegen.

Die Kosten für die Umsetzung aller Maßnahmen beträgt für die Gesamtdauer von 5 Jahren ca. 2,8 Mio. €. Bezogen auf die eingesparte Energiemenge von 560 GWh ergäben dies spezifische Kosten von 0,5 Cent pro eingesparter kWh. Jährlich fallen Kosten in Höhe von 500.000 bis 600.000 € an.

Gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW